2013
Relaunch White Risk 2.0
Teil 3 von 6
Der Schritt in die Cloud
CDs und DVDs setzten langsam Staub an, das Internet wurde immer schneller und allgegenwärtiger. Damit wuchs die Erwartung, dass Inhalte jederzeit und überall verfügbar sein sollten. Eine grundlegende Frage stand im Raum: Wie geht es weiter mit White Risk? Die Antwort lag auf der Hand. White Risk musste online gehen.
Bereits 2011 trafen sich Atfront, Suva und das SLF, um genau diese Zukunft zu gestalten. Man lotete Möglichkeiten aus, prüfte technische Wege und suchte nach einem passenden Finanzierungsmodell. Es formte sich die Vision einer Plattform, die alle bisherigen Elemente unter einem Dach vereinen sollte: White Risk 2.0.

Der Plan war ambitioniert: Web und App sollten in einem neuartigen Tourenplanungstool nahtlos zusammenspielen, und die bisherigen Produkte und Prototypen sollten in neuer Form weiterleben. So entstand eine klare Struktur: White Risk Explore als weiterentwickelter Wissensteil der CD, White Risk Learn als E-Learning-Modul, White Risk Pro als Präsentationstool für Ausbildende, White Risk Tour als Tourenplanungstool auf Basis von SnowSense und die White Risk App als mobile SLF-App mit Informationen zur aktuellen Lawinensituation und den digital geplanten Touren.
Auch die Aufgaben wurden klar verteilt: Atfront übernahm Web, Design sowie die Umsetzung von Explore und Learn. Das SLF verantwortete Inhalte, Tourenplanung und App. Die Suva finanzierte den Entwicklungsaufwand von Atfront.
Fixer Termin, kurze Nächte
Der Launch-Termin wurde früh festgelegt und öffentlich angekündigt. Verschieben war keine Option. Was folgte, kennt jeder, der schon mal an einem Softwareprojekt gearbeitet hat: Die Aufwände wurden unterschätzt, die letzten Wochen wurden hektisch und die Nächte kurz. Sehr kurz.
Aber wir haben es geschafft. Am 18. Dezember 2013 ging White Risk 2.0 live. Gefeiert wurde der Relaunch im Gletschergarten Luzern, im Rahmen einer Medienkonferenz und einer parallel laufenden Lawinen-Sonderausstellung. Die Augenringe konnten die Freude nicht trüben.



Tour: eingeschränkt und doch wegweisend
Einige Funktionen wirkten aus heutiger Sicht noch rudimentär. In der Tourenplanung konnte jeweils nur eine Tour dargestellt werden, geplant werden konnte ausschliesslich im Web, und die Synchronisation funktionierte nur in eine Richtung: vom Web in die App. Auch die Karten waren noch mit Hürden verbunden. Swisstopo war nicht kostenlos verfügbar und musste für die Offline-Nutzung in einzelnen Kacheln gekauft werden.
Trotzdem war White Risk ein Pionier. Es war die erste digitale Tourenplanungsplattform mit Swisstopo-Karten und die erste Plattform, die Hangneigungskarten für die gesamte Schweiz zugänglich machte. Für alle, die sich im Winter bewusst im Lawinengelände bewegen, war das ein echter Meilenstein.



Explore: noch umfangreicher als die CD
Mit Explore wurde der Wissensbereich nochmals deutlich ausgebaut. Vielen ist bis heute nicht bewusst, wie gross der Umfang war: 95 Filme, 120 Animationen, 300 interaktive Grafiken und 800 Bilder. Dazu kamen interaktive Tools wie der Slab Generator, der Analyser oder der Energiebilanz-Rechner, mit denen komplexe Zusammenhänge nicht nur erklärt, sondern ausprobiert und besser verstanden werden konnten.
Auch ein wichtiges Wiedererkennungsmerkmal blieb erhalten: das Konzept des drehenden Berges. Dieses Navigationselement hatte sich bereits seit den frühen Tagen von «The White Rush» entwickelt und blieb auch mit White Risk 2.0 bestehen.
Viele Inhalte von Explore sind heute noch verfügbar. Einige Links:
White Risk wird zur Kampagne
Mit dem Launch legte die Suva im Winter 2013/14 den Schwerpunkt der Schneesportkampagne auf Lawinenprävention. Neben der Plattform wurden spezielle White Risk Camps angeboten, ein neues Format, für das sich Interessierte mit Ideen bewerben konnten, wie sie White Risk in die Welt hinaustragen würden. Die Personen mit den originellsten Bewerbungen wurden zu einem von vier zweitägigen Camps eingeladen, eines davon auf Französisch. Vor Ort wurden Touren durchgeführt und White Risk direkt für die Planung und Umsetzung im Gelände angewendet.


Anhang
Finde hier noch mehr Eindrücke der ersten Version von White Risk Explore und Tour aus 2013.




