2009
Neue Möglichkeiten mit Apps
Teil 2 von 6
Das iPhone kommt in die Schweiz
Als 2008 das iPhone in der Schweiz auf den Markt kam, eröffnete dies völlig neue digitale Möglichkeiten. Auch wir waren fasziniert vom Potenzial dieser neuen Technologie und wollten sie für die Lawinenprävention nutzbar machen. Am SLF begann man früh, mit den neuen technischen Möglichkeiten zu experimentieren. Die ersten Entwicklungen entstanden sogar auf einem gejailbreakten iPhone 2G, noch bevor das Gerät hierzulande überhaupt offiziell erhältlich war. Bereits ein Jahr später, 2009, erschien die erste Version von White Risk mobile.
Zum ersten Mal gab es das Lawinenbulletin direkt in der Hosentasche. Neben Texten und Bildern zum Bulletin enthielt die App erste digitale Werkzeuge für die Tourenvorbereitung und die Beurteilung im Gelände. Dazu gehörten ein Hangneigungsmesser und der Analyser, ein interaktives Werkzeug zur Einschätzung der Lawinenprobleme. Auch Daten von automatischen Messstationen waren integriert. Damals waren diese Informationen noch nicht öffentlich verfügbar, weshalb der Zugang kostenpflichtig war. Wer ihn freischalten wollte, zahlte 15 Franken.

Die erste Version von White Risk mobile gab es ausschliesslich für iOS. Die Android Version folgte später. Schon die damalige Struktur der App zeigt, wie viele Themen man früh zusammenbringen wollte. Die ersten Tabs hiessen SLF Infos, Tools, Basics, Rückmeldungen und Info.
Erste Versuche für digitale Tourenplanung
2011 führte das SLF gemeinsam mit dem SAC Davos den Skitourenanlass SnowSense durch. Dafür entwickelten wir eine webbasierte Plattform zur Tourenplanung, ergänzt durch eine App für unterwegs. Der Anlass fand im Rahmen zweier Jubiläen statt, 75 Jahre SLF und 125 Jahre SAC Davos, und bot die ideale Bühne für ein digitales Experiment. Neue Ideen konnten hier nicht nur präsentiert, sondern direkt im Feld erprobt werden.
Die SAC-Gruppen planten ihre Touren mit SnowSense, hielten unterwegs Beobachtungen fest und übermittelten ihre Entscheidungsschritte direkt über die App. Gleichzeitig wurden ihre Touren live getrackt. Im Festgelände im Tal konnte man auf einem Bildschirm mitverfolgen, wie sich die Gruppen durch die Landschaft bewegten. Für uns war SnowSense mehr als ein einzelnes Projekt. Es war ein Proof of Concept dafür, dass Tourenplanung im Web und die Anwendung per App im Gelände nahtlos zusammenspielen können und damit ein Vorgeschmack auf das spätere Tourenplanungstool von White Risk.

Viele digitale Bausteine
White Risk nahm schrittweise Form an. Über die Jahre entstanden am SLF verschiedene digitale Anwendungen, Werkzeuge und Prototypen, die jeweils einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von White Risk leisteten. Die White Risk CD vermittelte vertieftes Lawinenwissen und bot interaktive Übungen, um das Gelernte direkt anzuwenden. Mit White Risk Instructor kam ein Präsentationstool für Lawinenausbildende hinzu, während White Risk mobile das Lawinenbulletin, aktuelle Informationen und erste digitale Hilfsmittel direkt in die Hosentasche brachte. Und mit SnowSense wurde schliesslich auch die digitale Tourenplanung im Zusammenspiel von Web und App erprobt. Gemeinsam legten diese Produkte und Prototypen den Grundstein für das heutige White Risk.
Anhang
Finde hier noch mehr Eindrücke der ersten Version von White Risk mobile.
